Archiv-Thema:
Selbstorganisatorische Hypnosetherapie

eingestellt von Dr. Ralph Thoms

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Unbewusstes?

Unser Bewusstsein entwickelt sich in frühester Kindheit mit Ausreifung bestimmter Hirnstrukturen. Es kontrolliert unsere Handlungen (ich kann bewusst mein linkes Bein anheben) und formt über die Sinneseindrücke (sehen,hören,riechen,...) ein Bild von der Welt in uns.

Die Handlungsimpulse jedoch (warum ich bestimmte Dinge tue oder empfinde), die Gefühlswelt und die meisten Körperfunktionen werden viel stärker durch das Unbewusste bestimmt. Das Bewusstsein ist wie eine kleine Insel im großen Meer des Unbewussten.

Beide Teile - Bewusstsein und Unbewusstes - entwickeln sich nach einem bestimmten Bauplan, der im Erbgut verankert ist. So wie die Gene festlegen, dass sich aus den Keimzellen ein Mensch mit 2 Armen und Beinen, Kopf und Rumpf, Organen usw. entwickelt, genauso ist unsere Hirnorganisationsstruktur festgelegt und baut sich selbsständig (selbstorganisatorisch) im Leben über verschiedene Phasen (frühe Kindheit, Pubertät, Erwachsenwerden, reife Persönlichkeit) aus. Den Bauplan hierfür nennen wir die "Selbstindividuationstendenz" oder auch "obersten Ordner".

Idealerweise arbeiten Bewusstsein und Unbewusstes zusammen an einer optimalen Entwicklung der Person im Sinne des obersten Ordners. Dies führt zu einem zufriedenen und meist erfolgreichen Leben.

Leider haben wir jedoch im Normalfall keinen direkten Zugang zu unserem Unbewussten, da es im Wachzustand strikt getrennt ist vom Bewusstsein. Es meldet sich höchstens in Traumbildern oder im Störungsfall durch schwer erklärbare körperliche Symptome (Panikattacken, Ängste, Schmerzen, Autoimmunerkrankungen, Asthma, Allergien und vieles mehr). Rest noch in Bearbeitung

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Wie funktioniert Hypnose?

Hypnose ist ein Zustand erhöhter Aufmerksamkeit, die nach innen gerichtet wird. Der dadurch erreichte Zustand wird Trance genannt und ist eine angeborene Fähigkeit des Menschen. Zeit und Raum verlieren dabei an Bedeutung. Es ist aber kein Schlafzustand, sondern bedeutet höchste Konzentration.

In Hypnose können wir direkt mit unserem Unbewussten kommunizieren. Das Unbewusste schickt uns bei ungelösten Konflikten oder anderen Verstörungen, häufig Krankheitssymptome, um uns auf innerpsychische Probleme aufmerksam zu machen (s.o. "Unbewusstes"). Wenn wir diese Verstörungen mittels Hypnosetherapie im Unbewussten lösen, verschwinden die Symptome. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind 90% aller Menschen gut zu hypnotisieren, lediglich bei 10% gelingt dies kaum.

Selbstorganisatorische Hypnosetherapie hilft der Person, zu sich selbst zu finden und sich selbst zu heilen!

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Verliere ich vielleicht die Kontrolle über mich?

Nein! Ein Teil des Bewusstseins ist bei der Hypnosetherapie die ganze Zeit über anwesend und dieses kontrolliert unsere Handlungen. Der Hypnotherapeut hat keine Macht über den Patienten. Der tut oder sagt nur das, was er will. Viele Patienten sind deshalb während der Therapie anfangs gar nicht sicher, ob sie überhaupt "richtig in Trance" sind, weil sie ja alles mitbekommen.

Sogenannte "Showhypnotiseure" nutzen Gruppenzwang, eingeschleuste eigene Mitarbeiter oder andere Effekte (z.B. glatt geschliffene Glasscherben, über die sie gehen), um ihre "Macht" zu demonstrieren. Mit echter Hypnose hat dies wenig zu tun.

Juristisch wurde auch vielfach klargestellt, dass niemand ein Verbrechen gegen seinen Willen unter Hypnoseeinfluss verüben kann. Die Person entscheidet immer selbst über ihre Handlungen, da diese ja durch das Bewusstein gesteuert werden.

Man gewinnt sogar mehr Kontrolle über sein Leben, weil Erfolgshemmungen, Konflikte und Zwänge abgebaut werden und die Weichen für eine freie Entwicklung der Person gestellt werden.

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Wem kann Hypnose helfen?

Hypnose ist besonders geeignet zur Behandlung von Ängsten, Panikerkrankungen, Anpassungsstörungen, chronischen Schmerzen (z.B. Fibromyalgie) und psychosomatischen Erkrankungen. Auch Krankheiten, die mit dem Immunsystem zusammenhängen, wie Asthma,Colitis ulcerosa, Allergien, chronische Hautausschläge lassen sich in der Regel bessern, weil Immunsystem und Nervensystem enge Verbindungen haben. Hypnose lässt sich gut zur Schmerzkontrolle einsetzen, sogar kleine operative Eingriffe lassen sich unter Hypnose durchführen.

Darüber hinaus bietet selbstorganisatorische Hypnose hervorragende Möglichkeiten zu Selbstentwicklung und Erfolgsmanagement.

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Wie ist die moderne Hypnosetherapie entstanden?

Trancezustände sind so alt wie die Menschheit selbst, da es sich um eine angeborene Fähigkeit handelt. Die Verwendung zu medizinischen Zwecken - meist in Form religiöser Rituale - ist historisch über 7.000 Jahre gesichert.

Wissenschaftlich beleuchtet wird Hypnose seit ca. 230 Jahren. 1776 überführte der deutsche Arzt Franz Anton Messmer sie aus dem religiösen in den medizinischen Bereich. In seinem Gutachten für die Bayrische Staatsregierung über die "Teufelsaustreibungen" des Pater Gassner wies er nach, dass Hypnose zum Einsatz kam.

Der englische Augenarzt James Braid gab der "Hypnose" 1841 ihren Namen und operierte als erster schmerzlos Patienten in Hypnose.

Ende des 19. Jahrhunderts etablierten Sigmund Freud und Carl Gustav Jung den Begriff des Unbewussten. Freud erkannte, dass viele unerklärlich erscheinende Symptome Ausdruck eines problematisch verlaufenen Selbstheilungsversuchs bei psychisch belastenden Konflikten oder Erlebnissen sind. Er entdeckte auch die "Widerstände" gegen Heilung, die versuchen, alles so zu lassen, wie es ist.C. G. Jung erweiterte unser Verständnis der innerpsychischen Vorgänge durch seine Beschreibung des "kollektiven Unbewussten" und der "Archetypen", die nach heutigem Verständnis für angeborene Strukturen des psychischen Bauplans stehen.

Der amerikanische Psychiater und Hypnoseforscher Milton H. Erickson (1901-1980) modernisierte die Hypnose entscheidend und leitete damit weltweit eine anhaltende Renaissance der Hypnose ein. Er entdeckte, dass sich das Unbewusste selbst organisiert. Damit konnte es auch gesunde Lösungen für psychische Probleme entwickeln. Wesentliche Impulse zum Verständnis der Selbstorganisation - die in der Natur allgegenwärtig ist - kamen aus der systemischen Familientherapie.

1988 entwickelte der deutsche Neurologe und Psychiater Götz Renartz die erste in sich geschlossene selbstorganisatorische Hypnosetherapiestrategie ("Zauberwiese"). 1996 folgte die Autosystemhypnose und 1998 die SILERLEK-Methode zur Persönlichkeitsentwicklung in allen menschlichen Bereichen wie Spiritualität, Sexualität, Emotionalität. Kreativität bis zur Leistungssteigerung im Sport.

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Muss ich daran glauben, oder ist Hypnosetherapie wissenschaftlich gesichert?

Hypnose ist keine Glaubensfrage, sondern lediglich eine spezielle Technik, um mit dem unbewussten Anteil in unserem Gehirn in Kontakt zu treten. Damit können die starken Selbstheilungskräfte aktiviert und Störungen beseitigt werden.

Hypnose ist inzwischen vielfältig wissenschaftlich untersucht. Dabei wurde für zahlreiche Erkrankungen die Wirksamkeit eindeutig belegt. Mit modernen bildgebenden Verfahren kann man sogar direkt beobachten, welche Hirnzentren in Hypnose aktiviert werden.

Kürzlich wurde ein vom "Gemeinsamen Bundesausschuss" (GBA) in Auftrag gegebens Gutachten zur Hypnosetherapie vorgelegt. Dieses Gremium aus Ärzten und Krankenkassenvertretern entscheidet darüber, welche Therapieverfahren anerkannt werden und in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen kommen. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit der Hypnosetherapie für Angsterkrankungen, Suchterkrankungen und bei Kindern eindeutig erwiesen ist.

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Wie hoch sind die Kosten?

Selbstorganisatorische Hypnosetherapie ist ein anerkanntes Therapieverfahren. Eine Sitzung dauert in der Regel 50-60 Minuten und wird entsprechend der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) dem Patienten in Rechnung gestellt.

Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten.

Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen ist selbstorganisatorische Hypnosetherapie (noch) nicht enthalten. Das bedeutet für gesetzlich Versicherte, dass sie die Rechnung selbst begleichen müssen.

Allerdings ist ein Antrag des Versicherten auf Kostenerstattung durch die Krankenkasse unter Hinweis auf das dem Bundesausschuss vorliegende positive Gutachten zur Hypnosetherapie möglich. Dann kann die Krankenkasse die Kosten rückerstatten. Eine entsprechende Bescheinigung für die in Frage kommenden Fälle wird ausgestellt.

Selbstorganisatorische Hypnosetherapie

Unbewusstes?

Wie funktioniert Hypnose?

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Wem kann Hypnose helfen?

Wie ist die moderne Hypnosetherapie entstanden?

Muss ich daran glauben, oder ist Hypnosetherapie wissenschaftlich gesichert?

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